Stadtwerke Ludwigsfelde

Ökostrom

KRITISCH NACHGEFRAGT

 

… und wer zahlt für den Ökostrom ?

 

Es hat sich herumgesprochen: Die erneuerbare Energien gibt es nicht zum Nulltarif. Trotzdem sind sich nur wenige Verbraucher darüber bewusst, dass sie über die monatlichen Abschlagszahlungen an ihren Energieversorger auch in die Erzeugung von Ökostrom investieren. Zahlen muss jeder ganz egal, ob er selbst von einer Solar-, Geothermie- oder Windkraftanlage profitiert oder nicht.

Der Gesetzgeber macht hier klare Vorgaben und lässt auch den Stromanbietern keine Wahl. Über die so genannte EEG-Umlage, die Bestandteil des Endkundenpreises ist, sollen sich alle Bundesbürger am Ausbau der erneuerbaren Energien beteiligen.  Die Öko-Branche wächst und mit ihr die Abgabenlast für den einzelnen Bürger. Seit Mitte Oktober steht fest: 2011 steigt die Umlage von derzeit 2,047 Cent pro Kilowattstunde Strom auf 3,530 Cent an.

Für sich genommen klingt der Betrag wenig dramatisch. Unter dem Strich aber summieren sich die Abgaben an die Ökostromerzeuger auf stattliche Summen. Zahlten die Verbraucher im Jahr 2000 noch rund 900 Millionen Euro, so rechnet man 2010 mit etwa acht Milliarden Euro. Experten gehen davon aus, dass durch die aktuelle Erhöhung der Umlage im Jahr 2011 die Dreizehn-Milliarden-Euro-Marke überschritten wird.

Wer sich nun fragt, warum er für das Fotovoltaikmodul seines Nachbarn zur Kasse gebeten wird, sollte einen Blick in das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) werfen. Dort ist der politische Wille postuliert, mit Hilfe von Einspeisevergütungen den energetischen Umbau zu beschleunigen. Das heißt: Jeder Produzent von regenerativen Energien erhält für jede Kilowattstunde Strom 20 Jahre lang eine garantierte Vergütung, die deutlich über dem Börsenpreis liegt.

Für Ökostrom-Produzenten ein gutes Geschäft und ein enormer Anreiz. Vor allem die besonders stark subventionierte Solarbranche boomt. Bis Ende 2011 – so lauten die aktuellen Schätzungen – werden Fotovoltaik- Anlagen mit einer installierten Leistung von knapp 25 Gigawatt am Netz sein.

Das entspricht etwa 25 großen Kohlemeilern.  Noch sind nicht alle Strukturen darauf abgestimmt. Mal scheint die Sonne, mal scheint sie nicht. Das hat Folgen. „Auf die schwankenden Strommengen sind die Netze nicht vorbereitet. Sie stehen vor der Überlastung durch Sonnenstrom“, verkündete die Deutsche Energie-Agentur (Dena) erst vor wenigen Wochen über die Deutsche Presseagentur.  Keine Frage: Das Bewusstsein für den Schutz der Umwelt steigt und viele Menschen sind bereit, sich finanziell dafür zu engagieren.  Auch bei den Stadtwerken steigt die Nachfrage nach Öko-Strom und viele Energieversorger betreiben inzwischen eigene Anlagen, um die regenerativen Energien zu stärken. Doch auch an dieser Erkenntnis führt kein Weg vorbei: Der energetische Umbau erfordert Fingerspitzengefühl.

Mittlerweile hat der Gesetzgeber registriert, dass unkontrolliertes Wachstum Probleme mit sich bringt und der Stromkunde nicht über Gebühr belasten werden kann.  Seit Januar 2009 werden die Zuschüsse für Solarenergie deshalb sukzessive zurückgefahren.

Eine Kostenbremse sorgt zudem seit Juli 2010 dafür, dass die Vergütung automatisch sinkt, je mehr Anlagen gebaut werden.  Bis 2030 soll die Förderung ganz auslaufen.  Doch das ist Zukunftsmusik. In den kommenden Monaten müssen die Verbraucher zunächst noch einmal kräftig zuzahlen, um die enormen Subventionen der vergangenen Jahre zu kompensieren.

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